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Fliegerurlaub 2016 am Flugplatz Rothenburg o. d. Tauber vom 19. bis zum 28 August


Endlich war es wieder so weit: der lang herbei gesehnte Club-Urlaub stand an! Dieses Mal wurde als Ziel der nette kleine Flugplatz EDFR Rothenburg o. d. Tauber ausgesucht.
So ging es also am 19.08. bei bestem Wetter und entsprechend gut gelaunt per Auto und UL-Flugzeug Richtung Mittelfranken. Die UL-Flieger bewältigten die Strecke nonstop in rund zweieinhalb Stunden, je nach Flugzeugtyp etwas mehr oder weniger. Die Autofahrenden kamen erst viele Autobahnbaustellen später an...
Der individuelle Zeitplan einiger Vereinsmitglieder erlaubte es, dass diese schon vor dem "offiziellen" Fliegerurlaub anreisten. So war bei unserer Ankunft in Rothenburg bereits alles geregelt: wo die Flieger abgestellt werden können, wie getankt wird, wo die nächste Tränke ist und so weiter. Sehr praktisch. Danke schön an die vorausgereisten Pfadfinder!

Wie auch in den vergangenen Jahren reisten die meisten Piloten mit Partnern an, so dass wir wieder eine recht große Gruppe wurden. Die meisten hatten sich auf eine Pension in Rothenburg verständigt, die dann auch fast komplett von uns eingenommen wurde. Zur Pension nur so viel: sehr schön. Besonders der große Kühlschrank im Erdgeschoss, der stets mit guten Getränken aller Art gefüllt war - so dass es jeden Abend im Frühstücksraum noch hoch her ging. So von wegen Absacker und so. "Unglücklicherweise" gab immer so viel zu erzählen und zu lachen, so dass an eine vernünftige Planung der nächsten Aus-Flüge kaum zu denken war.
Wie dem auch sei - irgendwie wurden dann im Laufe des Frühstücks gute Ideen entwickelt und entsprechende Pläne geschmiedet. Meistens sogar mehrere Pläne gleichzeitig, um den verschiedenen Interessen und Vorstellungen innerhalb der Gruppe gerecht zu werden.

Auch für den geduldigsten Leser wäre es wohl zu viel, wenn hier nun von allen verschiedenen kleinen und großen Ausflügen berichtet werden würde.... aber ein paar Aktivitäten sollen doch erwähnt werden:


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Der Hinflug:


Samstag, 20.08.16: Dinkelsbühl und Nördlingen

Zum Eingewöhnen sollte es teils per Flieger, teils mit dem Auto nach Dinkelsbühl gehen. Dinkelsbühl ist ein sehr nettes altes Städtchen, ähnlich wie Rothenburg o. d. Tauber. Die Autofahrer kamen auch an. Die Flieger nicht. Natürlich hatten wir darüber gelesen (NOTAMS), dass der benachbarte Flugplatz wegen eines Festivals nicht benutzbar sei. Aber es schadet ja nicht, sich selbst davon zu überzeugen. Nun, ja. Von weitem wurde schon klar: die NOTAMS lügen nicht. Also flogen die fliegenden Flieger weiter zum vorbereiteten "Alternate" Nördlingen. Hier wurden sich flux ein paar Fahrräder geliehen und damit in die ebenfalls sehr schöne Altstadt von Nördlingen geradelt.

Sonntag, 21.08.2016: Würzburg, Süd-Flug

Es war ein windiger Tag, der dicke Schauerwolken herantrieb... die sich aber nicht ausregneten - jedenfalls nicht über Würzburg, welches eine größere Gruppe mit dem Auto besuchte. Das heißt aber nicht, dass nicht geflogen wurde. Ganz im Gegenteil. Die fliegende Fraktion berichtete begeistert von beeindruckenden Flügen im gleißenden Sonnenlicht die an dicken Gewitterwolken vorbei führten. Ein Erlebnis der besonderen Art. Und das waren auch vorerst die letzten Wolken, die wir gesehen haben.

Das Würzburg-Team erlebte einen sehr lehrreichen, interessanten und natürlich schönen Tag. Wieder wurde ein buntes Programm zusammengestellt: Stadtrundgang, Erklimmen des Schlossberges und Besichtigung der Festung Marienberg, Weinprobe auf der "Alten Mainbrücke" und lecker Currywurst essen. Eis sowieso. Wo wir gerade beim Essen sind: für die Rückfahrt wurde die Autobahn verlassen und entlang der Romantischen Straße gefahren, die auch durch Ochsenfurth führt. Erwähnenswert ist das dortige Abendessen, nicht nur, weil es lecker war, sondern auch weil wir vom Wirt mit deftigen Kneipenwitzen bestens unterhalten wurden...

Montag, 22.08.2016: Bamberg und Langenburg

Kaum mehr wird bei der morgendlichen Flugvorbereitung das Wetter analysiert. Es scheint eh überall die Sonne und keine Störungen sind in Sicht. Wind ebenfalls mehr als in Ordnung.
Bamberg sollte das Ziel sein. Flux wurde am Flugplatz angerufen, ob man kommen dürfe (PPR-Platz), und dann ging's los. Der Flug verlief unproblematisch, und eigentlich auch die Landung. Wir hatten jedoch den Eindruck, dass die Flugleitung mit dem Segelflug und unseren Landungen dann irgendwie nicht glücklich war. Es wurde uns auch schnell klar, warum: alle Rollbewegungen sollten auf der Piste stattfinden. Ja klar, das blockiert natürlich eine Piste ziemlich oft und lange. Und wenn dann noch viele Segelflieger schnell in die Luft wollen obwohl gleichzeitig gerade ein paar Flieger landen möchten, dann gibt es eben Stress.
Bamberg selber entschädigte aber sehr für das Gewusel am Flugplatz :-) wie auf den Fotos zu sehen.

Als alternatives Ausflugsziel wurde Langenburg besucht. Dort gab es ebenfalls neben schöner Gemäuer noch Vieles interessantes zu sehen. Wie zum Beispiel alte Autos.

Dienstag, 23.08.2016: Süden, Alpen, Vier-Länder-Flug

Den Dienstag, der wieder von Sonne pur geprägt wurde, machte sich eine Gruppe von vier Flugzeugen auf den Weg nach Süden. Erste Station nach rund 1,5 Stunden Anreise und Bodensee-Rundflug war der Flugplatz Hohenems (Republik Österreich). Dort trafen wir einen einheimischen Piloten, der spontan bereit war, uns mit auf einen "geführten" Vier-Länder-Alpenrundflug zu nehmen. Flux waren nach einer kleinen Stärkung unsere Flieger aufgetankt und wieder startbereit.

Die nun folgende Tour entführte uns in eine alpine Landschaft schroffer Felshänge und kristallklarer Bergseen. So ging es entlang der Nordseite des Säntis bis auf Sichtweite an den Zürichsee heran um dann links abzubiegen in Richtung Osten. Hier erwartete uns der Hinterrugg mit dem Walensee. Immer wieder erhielten wir die beruhigende Versicherung des vorrausfliegenden Alpenpiloten, dass 7.000 Fuß Höhe ausreichen, man braucht doch nicht mehr. Das passt schon. Ja, gut, es passte ja auch. Aber so manche Felswand erhob sich schon sehr hoch über unseren Flugweg. Eben ungewohnt für uns Flachlandtiroler. Dann ging es weiter nach Liechtenstein. Über Feldkirch trennten wir uns dann von unserem Guide. Wieder auf bekanntem Terrain (einen Teil der Alpen hatten wir schon bei früheren Fliegerlagern in Kempten und Vilshofen etwas kennen gelernt) sind wir dann weiter gestiegen, um sicher über den Arlbergpass zu kommen. Ziel der Aktion sollte die Umrundung der Zugspitze sein. Also wurde munter weiter gestiegen auf über 10.000 Fuß. Das reichte für die Zugspitze, die uns auch in freundlichstem Sonnenschein empfing. Ehrenrunde, dann Landung in Kempten-Durach. Der Rest ist schnell erzählt: Essen in der Flugplatzkneipe. Zurückfliegen nach Rothenburg. Schwärmen von einem erlebnisreichen Tag.

Mittwoch, 24.08.2016: Augsburg Flughafen/City und Deutsches Pioniermuseum Gustav Weißkopf in Leutershausen

Sonne überall. Bei der Frage, wohin es gehen sollte brauchte das Wetter also nicht berücksichtigt werden. Die Entscheidung fiel auf Augsburg. Als kleine Besonderheit haben wir und für unsere Landung den Verkehrsflughafen ausgesucht. Dies ist ein kontrollierter Flugplatz, der über definierte Anflugrouten und exakt entsprechend der Anweisungen der Towerlotzen anzufliegen ist. Eine aufregende Übung für manchen Piloten. Alle haben es mit Bravour gemeistert und mit stolz geschwellter Brust ging es per Taxi in die Innenstadt. Dort folgte das "übliche" Programm der Stadtbesichtigung mit vielen Pausen zwecks Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

Gustav Weißkopf: ein heiß diskutierter Flugpionier, von dem viele Experten und Entusiasten behaupten, er habe den ersten Motorflug der Geschichte durchgeführt und nicht etwa die Gebrüder Wright. Es gibt dafür zwar viele Hinweise, aber leider keine wirkliche (Foto-)Dokumentation.

Donnerstag, 25.08.2016: Marinazke Lazne, Krizenec und Burg Feuerstein

Die Nähe zu Tschechien verlockte natürlich zu einem Ausflug in die Tschechei. Die Vorbereitung dazu konnte mit Hilfe NOTAMS und dem sehr guten Internetauftritt der tschechichen Luftfahrtbehörde (http://lis.rlp.cz/vfrmanual/actual/gen_1_en.html) schnell erledigt werden. Ziel sollte wegen der schönen tschechichen Stadt Marienbad der Flugplatz LKMR (Marinazke Lazne) sein.
Wir haben bereits einige Erfahrung mit tschechichen Flugplätzen und waren entsprechend darauf vorbereitet, dass die Piste in einem möglicherweise nicht ganz perfekten Zustand sein könnte. Dem entsprechend genau haben wir uns den Platz auch vor der Landung von oben angesehen. Jan war als Erster am Platz und ging zur Landung. Er war kaum ausgerollt, da kam schon der Funkspruch, dass die Piste wirklich nicht in gutem Zustand sei. Nach kurzer Luft-Boden-Funkkonferenz auf der Marinazke Lazne-Radio Frequenz und einem holprigen Start von Jan flogen wir weiter zum nur wenige Kilometer weiter gelegenen Flugplatz Krizenec mit befestigter Asphalt-Piste. Die Besichtigung von Marienbad ließen wir allerdings nun ausfallen, da bereits durch das LKMR-Abenteuer Zeit verloren ging und die Fahrt von Krizenec nach Marienbad wohl zu lange dauern würde. So haben wir uns etwas in Krizenec umgesehen und sind dann weiter nach Burg Feuerstein geflogen, wo wir uns recht lange bei Kaffee, Cola und Kuchen aufhielten.

Freitag, 26.08.2016: Coburg

Coburg hat nicht nur einen sehr romantischen Stadtkern und eine beeindruckende Burg (Veste), sondern auch einen toll gelegenen Flugplatz. Kein Wunder also, dass Coburg einer unserer Ausflugsziele war.
So machten sich eine größere Gruppe von sechs Fliegern auf den Weg nach Coburg. Zu unserer Freude war das ganze Dorf am Feiern am tun und der Marktplatz stand voller Buden die verschiedenste Leckereien feilboten. Hunger und Durst mussten wir also nicht leiden. Nur die äußerst rustikale Musik war dem ein oder anderen doch zu ... sagen wir mal ... zu rustikal.

Samstag, 27.08.2016: Vilshofen, München, Rothenburg

Bei so viel bestem Flugwetter und konsequenterweise so viel Fliegerei muss man aufpassen, dass das ja nun wirklich ebenfalls sehr schöne Städtchen Rothenburg o. d. Tauber nicht zu kurz kommt. Und Mitbringsel für die Verwandtschaft müssen ja schließlich auch gekauft werden. An dieser Stelle also ein paar Eindrücke aus Rothenburg.

Es gab clevere Piloten, die haben das Rothenbug-Pflicht-Programm direkt am Anfang des Urlaubes erledigt und konnten den letzten Tag auch noch voll auskosten. So wurde noch mal in den Süden geflogen und ein alt-bekannter Platz besucht: Vilshofen - wo wir vor zwei Jahren unseren Fliegerurlaub verbracht hatten. Verbunden wurde dies mit einem spektakulären Überflug über den Flughafen München. Was dann auch wieder viel Stoff zum Erzählen und Schwärmen bot.

Tag 9: Rückreise

Das war's also. Eine wundervolle Fliegerwoche mit absolut perfektem Flugwetter ist zu Ende. Aber nicht ohne das uns das Wetter doch noch mal eben ganz am Schluss zeigte, wer der Chef ist: der geplante Abflug musste um rund eine Stunde verschoben werden, da gerade das einzige Gewitter weit und breit genau über Rothenburg heraufzog. Als es aber dann durch war, war die Luft rein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es folgte ein völlig unproblematischer Nonstop-Heimflug durch strahlend blauen Himmel.

Danke an Gabi, Anja, Bernd und Detlef für die Vorbereitung des Fliegerurlaubes und für die Organisation des einwandfreien Flugwetters!