Der Verein im neuen Jahrtausend

Definitiv erwachsen geworden, erreichte unser Verein Anfang des neuen Jahrtausends eine Stärke von über 40 Mitgliedern mit insgesamt 23 Fluggeräten. Unser Ruf als kleiner, feiner und aktiver Verein sprach sich immer weiter herum - welches uns sehr freut. Die Kehrseite der Medaille war jedoch, dass im Rahmen einer Satzungsänderung eine Beschränkung der aktiven Mitgliederzahl auf maximal 45 Personen beschlossen wurde, um einen zügellosen Mitgliederzuwachs zu verhindern, der unter anderem auch die Kapazitäten des Fluggeländes sprengen würde.

28.01.2005
Quo Vadis Fliegerclub?

Um den Komfort am Platz wenigstens etwas zu erhöhen wurde beschlossen, unsere kleine Sitzecke am westlichen Platzrand zu überdachen und einen kleinen Anbau mit Toilette und Unterstellmöglichkeiten für Rasenmäher und Ähnliches zu bauen. Kurz nach dem alle Genehmigungen für dieses Vorhaben vorlagen, kam doch alles ganz anders...

Eine neue Idee reift heran.
Wie alles im Leben, entwickelt sich glücklicherweise auch die Ultraleichtfliegerei immer weiter. Mehr und mehr ausgereifte und immer aufwändiger gebaute Fluggeräte wurden von innovationsfreudigen Flugwerften und pfiffigen Ingenieuren entworfen. Die ständige Weiterentwicklung der Flieger wird jedoch manchmal mit einem Nachteil erkauft: moderne Ultraleichtflugzeuge waren nicht mehr immer schnell zu demontieren und per Anhänger zum Unterstellplatz zu fahren. Was tun? Ohne eine eigene Flugzeughalle wäre es den Mitgliedern des Vereines nur schwer möglich, an der weiteren Entwicklung der Ultraleichtfliegerei teilzuhaben.

So oder ähnlich mussten in der Anfangszeit alle Flieger transportiert werden.

Nach erheblicher Vorbereitungszeit (rund zwei Jahre!) und vielen Vorgesprächen konnte dem Verein am 28.01.2005 im Rahmen einer Mitgliederversammlung vom 1. Vorsitzenden ein Umsetzungskonzept zur Errichtung einer Flugzeughalle zur Abstimmung vorgestellt werden. Das Konzept überzeugte die Mitglieder und der Bau der eigenen Flugzeughalle wurde beschlossen. Unter der Federführung des 1. Vorsitzenden Friedhelm Essers wurde das Mammut-Projekt "Hallenbau" in Angriff genommen. Wobei das Wort "Hallenbau" den immensen Arbeitsaufwand, der bis zur Realisierung der Flugzeughalle erforderlich war, nicht annähernd erahnen lässt: nicht nur das gesamte Hallenkonzept wurde auf die individuellen Bedürfnisse des Vereins zugeschnitten. Die Errichtung weiterer Windkraftanlagen in der Flugplatznähe drohte den Flugbetrieb zu gefährden und musste verhindert werden. Selbstverständlich musste auch das erforderliche Gelände gepachtet und weitere Genehmigungsverfahren vom Feinsten sowie Flächennutzungsplanänderungen durchgestanden werden.

Frühjahr 2008:
Die Flugzeughalle wird eingeweiht

Von der ersten Spatenstich bis zur Unterstellung des ersten Flugzeuges in der neuen Halle vergingen rekordverdächtige 5 Monate. In dieser Zeit wurden die Halle errichtet und die Mitglieder mobilisiert um den Innenausbau der Halle mit sehr großen Einsatz der Mitglieder zu realisieren.
Der Innenausbau, einschließlich der Elektro- und Sanitärarbeiten wurde von den Mitgliedern in Eigenregie erstellt. Zusammengekommen sind unzählbare Arbeitsstunden. Glücklicherweise bringen die Aktiven insgesamt ausreichend Sachkenntnis in den verschiedenen Disziplinen mit. Manche sind aber auch einfach über sich hinausgewachsen und haben ganz neue Fähigkeiten an sich entdeckt.

Mittlerweile sind in der Halle rund 27 Ultraleichtflugzeuge untergebracht. Zudem wurde ein Clubraum mit sanitären Anlagen eingerichtet. Auf der Terrasse vor der Halle freuen wir uns über jeden Besucher und sind nun auch in der Lage, durstigen Gästen aus unserem Vereinseigenen Kühlschrank erfrischende Getränke anzubieten. Damit sollten auch die Zeiten vorbei sein, als sich der Flugleiter noch unter einem Regenschirm zusammenkauern musste und die Startliste trotzdem nass und nahezu unleserlich wurde.

So ist es doch viel besser - oder?

Fliegerfeten und Hallenfeste

Das mittlerweile quasi zur Tradition gewordene Fliegerfest, welches unser Verein alle zwei Jahre durchführt, fordert zwar den vollen Einsatz eines jeden Clubmitgliedes, macht aber ungemeinen Spaß. Insbesondere den Anliegern und interessierten Bürgern der Umgebung möchten wir zu diesen Tagen die Gelegenheit geben, uns bei unserem Flugbetrieb über die Schulter zu gucken und viele Fragen zu stellen. Nicht zuletzt aufgrund der zu diesem Anlass in ausreichender Menge bereitstehenden Getränken und Speisen erfreuen sich unsere Feste dann auch immer großer Resonanz.

Auch in diesem Jahr findet am 10. und 11. September wieder eine Fliegerfete statt. Dieses Mal unter dem Motto:

"25 Jahre UL-Fliegerclub Kerken e.V."

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