Die UL-Fliegerei in Kerken von 1990 bis 1999

15.04.1990
Umbenennung des Vereins in "UL-Fliegerclub Kerken e.V."

Aus der anfänglich kleinen Gruppe hatte sich bald ein ausgewachsener Verein entwickelt, der schon lange über die Hülser Grenzen hinweg bekannt war. Die Mitglieder des Vereins kamen mittlerweile aus allen Himmelsrichtungen, so dass über eine Umbenennung des Vereines nachgedacht wurde. Aufgrund der Nähe zu Aldekerk war schnell klar, das man die Zugehörigkeit zur Gemeinde auch im Namen ausdrücken wollte. Die Umbenennung in:

"UL-Fliegerclub Kerken e.V."

wurde dann auch von allen Mitgliedern getragen und im Rahmen einer Mitgliederversammlung am 15.04.1990 beschlossen.

Mit dem neuen Namen sollte auch ein Vereinslogo her! Kurz entschlossen wurde ein Designwettbewerb ausgeschrieben. Sieger war Friedhelm Essers mit seinem Entwurf. Nach Einholung der Genehmigung zur Nutzung des Logos der Gemeinde Kerken konnte unser neues Vereinslogo offiziell vorgestellt werden:

01.04.1990
Umzug! Ein neues Fluggelände muss her.

Die schnelleren UL-Flugzeuge und die steigende Anzahl flugbegeisterter Mitglieder erforderten eine Erweiterung des Fluggeländes. Dies war an der derzeitigen Position jedoch nicht durchführbar, so dass die Suche nach einem neuen Fluggelände unvermeidbar war.
1989 wurde -ebenfalls wieder nach einigem Suchen- ein neues Gelände identifiziert und die entsprechenden Verträge und Genehmigungen eingeholt. Weiterhin stand das einfache Fliegen im Vordergrund und das neue Fluggelände war schnell einsatzbereit: mehr als ein Signalfeld und ein Windsack waren nicht erforderlich. Der Grasbelag entwickelte sich prächtig und so konnte unser neues Fluggelände bald eingeweiht werden. Im November 1990 lagen alle Genehmigungen vor und der Flugbetrieb konnte beginnen.
Neben einem ausreichenden Sicherheitsbereich neben der Piste hatten unsere Piloten auf dem neuen, 1,6ha großen Fluggelände nun ganze 230m Start- und Landebahn zur Verfügung.

Durch die Bepflanzung von Randbereichen des Fluggeländes mit Sträuchern, Büschen und bunten Blümchen wurde das neue Fluggelände schnell zu einem anziehenden Farbklecks in der ansonsten landwirtschaftlich sehr intensiv genutzten Aldekerkener Platte. Dies gilt nicht nur vor vorbeifahrende Radfahrer oder Spaziergänger, sondern auch für die Tierwelt, wie z.B. der Bachstelze, für die unser Fluggelände zu einer kleinen Oase wurde.
Das neue Fluggelände erwies sich als sehr gut gewählt. Der Flugbetrieb konnte hier sicher und professionell abgewickelt werden. Der ausreichend zur Verfügung stehende Platz ermöglichte den ungestörten Auf- und Abbau sowie das Abstellen mehrere Fluggeräte gleichzeitig. Die schnelleren Fluggeräte hatten nun auch wenig Probleme mit der Länge der Start- und Landebahn.

In den folgenden Jahren wurde das Flugfeld zwei mal weiter verbreitert, um Raum für breitere Sicherheitsbereiche zu schaffen.

13.03.1992
Ein neuer 1. Vorsitzender wird gewählt

In der Mitgliederversammlung am 13.03.1992 stellte unser Gründungsvater und langjähriger 1. Vorsitzender Willi Kunde sein Amt zur Verfügung. Friedhelm Essers wurde daraufhin einstimmig als neuer 1. Vorsitzender gewählt und übernahm die Führung des mittlerweile 31 Mitglieder zählenden Fliegerclubs. Danke Willi, dass Du uns die Möglichkeit zur Ausübung dieses fantastischen Hobbys hier geschaffen hast!
Im Folgejahr wurde die Funktion des zweiten Vorsitzenden eingeführt. Aus dieser ersten Wahl zum 2. Vorsitzenden im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1993 ging Günter Müller als Sieger hervor.

1995:
Ein Verein ist kein Verein ohne eine Vereinsmeisterschaft!?

Also musste auch bei uns ein derartiger Wettbewerb etabliert werden. Hier war guter Rat teuer: wie trägt man einen Wettbewerb in unserem Sport aus und führt diesen auch noch sicher durch und mit vergleichbaren Wertungen und fairen Platzierungen? 1995 war es so weit! Ein Wanderpokal wurde gekauft und die erste Vereinsmeisterschaft vorbereitet. Das Konzept sah zwei Teile vor:
1.: Einen theoretischen Abschnitt, in dem es Fragen kreuz und quer durch die Fliegerei zu beantworten gab, sowie
2.: Einem praktischen Teil, der aus dem Abfliegen einer vorbereiteter Route und der Lösung von Navigationsaufgaben bestand.
Da der Streckenflug stets im Zentrum der Vereinsmeisterschaften stand, wurde dieser Pokal "Streckenflugpokal" getauft. Bis heute hat noch niemand den Hattrick geschafft, so das unser Pokal mittlerweile ein langes und bewegtes Leben hinter sich hat. Der Kampf geht also weiter!

Unser Sport wird "erwachsen"

1990 war der Verein auf 17 Mitglieder angewachsen. An unserer Vereinsentwicklung lässt sich gut die Entwicklung der Ultraleichtfliegerei insgesamt verfolgen. Anfang der 90er Jahre gesellten sich mehr und mehr auch aerodynamisch gesteuerte UL-Flugzeuge zu den mittlerweile schon bekannten Trikes. Anmerkung: Trikes werden durch Verlagerung des Schwerpunktes gesteuert. Aerodynamisch gesteuerte UL-Fugzeuge haben an ihren Tragflächen und hinten am Leitwerk Steuerflächen (Querruder, Seitenruder, Höhenruder), mit denen die Flieger gesteuert werden.
Auch in unserem Verein tauchten immer mehr Vertreter dieser aerodynamisch gesteuerten Flieger auf. Sahen auch hier die ersten Konstruktionen noch abenteuerlich aus, erschienen bald UL-Flugzeuge, die schon sehr nett aussahen und mit denen man deutlich weitere Strecken zurücklegen konnte. Bereits zu dieser Zeit flogen bereits ein Doppeldecker und ein ultraleichter Motorsegler an unserem Platz.



Mit der weiteren Verfeinerung der technischen Parameter zur Konstruktion und Zulassung von Luftsportgeräten konnten die Hersteller ihre Produkte gezielt weiterentwickeln. Die frühen Luftsportgeräte entwickelten sich während der 90er Jahre von einfachen Fliegern zu leistungsfähigen und sicheren Fluggeräten. So wurde Mitte der 90er Jahre das erste UL-Flugzeug mit einer Reisefluggeschwindigkeit von über 150km/h an unserem Fluggelände stationiert.



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